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Ausstellungen in 2018:

a)  2. Mai – 26. Juni 2018   –   „NY Scenes“

GALERIE SANDER / SOHN, Düsseldorf, Fürstenwall 86  – Gruppenausstellung

b)  22. – 24. Juni 2018 (Vernissage Fr 22.6. ab 18.00;  Sa + So 11 – 18 Uhr)

„Alter Güterbahnhof“ Meerbuscher Kulturkreis e.V. , Lagestr. 3, Meerbusch  –  ArTrio

 

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Der Photograph Frank Straatmann

Die Faszination des Authentischen

© 2017 Dr. Ingrid Gardill, Kunsthistorikerin

Das umfangreiche Werk des Photographen Frank Straatmann offenbart seine persönliche Sicht auf die Welt, zu der er uns als Betrachter einlädt. Dabei ist der Künstler stets auf der Suche nach dem rechten Moment, der passenden Gelegenheit, dem stimmigen Lichteinfall. Hierfür bringt er nicht nur ein sehr gutes, geübtes Auge, sondern auch eine begnadete Beobachtungsgabe mit. Damit geht er vorwiegend auf das nicht gleich Erkennbare, eher Unspektakuläre zu, um dessen Besonderheit oder Schönheit im Bild festzuhalten. Er inszeniert seine Motive nicht, er lichtet sie so ab, wie er sie aufgespürt hat und findet den hierfür gemäßen Bildausschnitt.
Die Photographien sind authentisch und werden i.d.R. nachträglich kaum bearbeitet. Dies zeichnet sie besonders aus, denn heutzutage ist mittels Bildbearbeitungssoftware nahezu alles machbar. Neben seinen digitalen Arbeiten photographiert er auch heute noch „old style“ mit klassischem Filmmaterial. Diese Aufnahmen unterscheiden sich durch ihren „besonderen look“ der analogen Photographie.

Frank Straatmann arbeitet vorwiegend in Serien, die sich in drei große, thematische Werkgruppen einteilen lassen: Mensch, Natur und Zeit. Da die individuellen Bildfindungen des Künstlers die Ästhetik des Unspektakulären in den Mittelpunkt stellen, entstehen gerade dadurch immer wieder spektakuläre Aufnahmen.

Der inhaltliche Schwerpunkt liegt dabei eindeutig auf dem Motiv des Menschen und zeigt sein Bild als Charakterstudie, in seiner unmittelbaren Umgebung, im Beruf oder im öffentlichen Raum. Das soziale Interesse ist dabei immer offenbar, führt aber nicht zwingend zu einem sozialkritischen Blick. Die Verbundenheit zum Menschen, dem Leben an sich und zur Natur, ist bei allen Werken Frank Straatmanns sehr deutlich zu spüren. Hier scheint die Quelle zu liegen, für die große Sensibilität und Affinität des Photographen zu den natürlichen Formen und Erscheinungen, Rhythmen, ornamentalen Gefügen, Licht- und Farbwirkungen – kurz: zum Poetischen allen Lebens.

Bei den Naturaufnahmen kommt es dem vielgereisten Photographen weniger auf Sensations-Shootings an, vielmehr erfasst er mit seiner Kamera stille Momente, die ihm begegnen und von denen er sich bezaubern lässt. Er fängt sie jedoch in einer Weise ein, die den Betrachter aufmerksam werden lassen. Dabei nutzt der Künstler stets das natürliche Licht und vorhandene Strukturen als starke, elementare Gestaltungsmittel.

Die unterschiedlichen Dimensionen und Qualitäten der Zeit beschäftigen Frank Straatmann seit etwa 30 Jahren. Die scheinbare Beschleunigung der Zeit, vor allem durch die Digitalisierung hervorgerufen, verführt dazu, den Alltag immer effektiver zu gestalten. Oberflächlichkeit und Flüchtigkeit, verschwommen dumpfe Wahrnehmung statt tiefes, klares Erleben und Staunen sind die Folgen. Darauf verweisen die Bilder der beiden jüngsten Serien sehr eindrücklich und lassen den Betrachter innehalten. Sie sind gleichsam als ein leidenschaftliches Plädoyer für den gelebten Augenblick zu verstehen.

 

 

Veröffentlichungen 2016 + 2017:

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